Etwa die Hälfte aller ÖsterreicherInnen ist davon betroffen, wobei Frauen und Männer gleichermaßen im Laufe ihres Lebens einmal Beschwerden im Analbereich haben, die von Hämorrhoiden ausgehen. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich größer sein, weil nach wie vor selten darüber gesprochen wird wenn Probleme in der Analregion bestehen.

Dabei sollte dieses Thema kein Tabu sein, weil jeder Hämorrhoiden hat. Hämorrhoiden sind nichts anderes als ein Geflecht von Blutgefäßen, die einen Polster knapp innerhalb des Analkanals bilden und als Abdichtung des Schließmuskels eine wichtige Funktion in der Kontinenz haben.

Normalerweise entleeren sich diese Gefäßpolster bei der Stuhlentleerung. Ist diese Funktion gestört (durch zu hohen Druck etwa bei Verstopfung), dann staut sich das Blut im Hämorrhoidalpolster und die Gefäße erweitern sich. Im Krankheitsverlauf nimmt diese Hämorrhoidenvergrößerung zu und sie stülpen sich schließlich nach außen. Je nach Stadium der Erkrankung kommt es zu typischen Symptomen wie Jucken, Nässen, Stuhlschmieren, Stuhlinkontinenz und hellroten Blutabgängen.

Auf jeden Fall sollten Hämorrhoiden, die Beschwerden verursachen, untersucht werden. Eine genaue Beurteilung des Analkanals, sowie des Mastdarms wird mit Hilfe von optischen Geräten, (Prokto-/Rektoskopie) durchgeführt. Diese Untersuchungen werden ambulant in der Praxis vorgenommen, dauern nur wenige Minuten und sind üblicherweise nicht schmerzhaft.

In weiterer Folge kann entschieden werden, welche Therapieform zielführend ist. Die Ernährungstherapie, lokale Salbentherapie oder auch ambulante, nicht-operative Methoden wie die schmerzlose Gummibandligatur werden dabei stadiengerecht eingesetzt und führen rasch zu Beschwerdebesserung und Heilung des Hämorrhoidalleidens.

Davis BR, Lee-Kong SA et al. The American Society of Colon and Rectal Surgeons: Clinical Practice Guidelines for the Management of Hemorrhoids. Dis Colon Rectum 2018 Mar;61(3):284-292.

CategoryProktologie

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